Der heißeste September
seit ich denken kann. Kann ja nicht lange her sein. Dann, auf dem Weg nach Linz zu einem Auftritt wird mir bewusst, dass das Leben eine Bewegung nach vor ist, auch wenn man sich gern zurücklehnt.
Österreichs erster und einziger Kabarettwein
Der heißeste September
seit ich denken kann. Kann ja nicht lange her sein. Dann, auf dem Weg nach Linz zu einem Auftritt wird mir bewusst, dass das Leben eine Bewegung nach vor ist, auch wenn man sich gern zurücklehnt.
Wallfahrt
Jetzt geh ich zu Fuß den Jakobsweg von Poysdorf nach Mistelbach mit sechzig Jungwinzern, Landwirten und deren Lehrerschaft und bin, kein Schmäh, plötzlich deren Religionslehrer! Ich fühle mich wie ein Philosoph in der Botanik. "Geht scho wieda weida", wie die Herrn Attwenger so schön zu sagen pflegen.
Vier Tage Buschenschank
ist wie ein Arbeitslager in einer Kulturfabrik. Laufbandarbeit und leichtfüssige Begegnungen wechseln einander ständig ab. Junge Blasmusik ("Behmeranka"), Weinviertelpoesie (Jimmy Schlager und Chris Heller) sowie Jazz- (Benedikt Plössnig) und Solostimmen ("DreiXaung") lassen uns den Aufwand kurz vergessen. Wenn ich am Morgen munter werde, ist immer schon sehr viel passiert.
Der Sommer
ist zurück. Die Natur hat die Hundstage in den August verschoben. Schwitzend nehmen wir es zur Kenntnis und geben dem Spritzerwein Prioritätsstufe eins.
Urlaub

Während sich die Weingärten überlegen, ob ich sie noch ein- oder zweimal spritzen werde, war ich ein paar Tage in der hohen Tatra zum Verschnaufen. Ein Minihochgebirge, höchstens 200km (Luftlinie) weit weg von meiner Region. Sehr erfrischend. Wegfahren ist immer auch ein Heimkommen. Meine Beziehung zur slowakischen Kultur hat scheinbar viel Vergangenheit, leider kaum Gegenwart, aber hoffentlich eine gesunde Brise Zukunft.
Feiern
Heute reg ich einmal nicht über das Wetter auf (owbohl es Grund dafür gäbe).
Heute kommt Tochter Lea-Maria via Norddeutschland aus Norwegen zurück. Unter anderem mit der Absicht in Wien Weinbau zu studieren. Mein Betrieb ist ja schon aufgrund der Größe, also dessen Kleinheit, kein Vorzeigebetrieb, aber irgendetwas geht, verdammt noch mal, in die richtige Richtung!!
Heute habe ich so eine abgrundtiefe Dankbarkeit in mir, als hätte ich meine Beste Weinernte in der Scheune, ähm im Keller!
O.k., es ist schon der 22. aber ich war ….

…unpässlich,
weil
wenn mich was wirklich stört an meinem Winzerdasein, dann diese unaussprechliche Abhängigkeit von der Natur. Beispiel: Spritzen. Oidium – Hochsaison. Peronospora – nicht viel weniger. Weingaren aber immer, also eine Woche schon, regenfeucht. Sagen sie mir einen Beruf, außer Arzt und Priester, in dem man nicht arbeiten darf, wenn man will? Im nächsten Leben werde ich ein Regenwurm. Dann winde ich mich professionell hin und her wenn es mir passt und nicht, wenn es mir die Natur oder sonst eine inkompetente Instanz vorschreibt!!
foto: tibor kulcsar
Freiheit, Gleichheit, Br…
Ich nehme den Gedenktag an die französische Revolution zum Anlass "Winzers Tagebuch" wiederzubeleben. Möge mir der Sturm auf die Bastille die nötige Kreativität und Sensibilität einblasen.
Das erste Wort zum Weinjahr 2011 ist ein üppiges: Alles wächst, alles sprießt, alles ist seiner Zeit voraus. Die vollen Behänge geben Zuversicht und – wie immer im Leben eines handwerklich Tätigen – eine Menge Arbeit. Demokratie im Weingarten ist eine Herausforderung, der ich mich, koste es was und wer es wolle, stellen muss! Ja und zufällig ist das heute ja auch mein Geburtstag. Thema beim kleinen Kellergelage am Schlosserberg: "Freiheit, Gleichheit, Bratenfettlbrot!!!"
Erdäpfelanbau am Nexinger