25. September 2013

Vermeiden, dass sich jemand ins Schriftbild verliebt
vollmondnexingw

Herr Linhart,

Sie sind also wetterfühlig!

In einer Wochenzeitung lese ich von einer Ghostwriting- Agentur. Hier kann Frau bzw. Mann sich von Dritten gegen Bezahlung charmante Liebesbriefe schreiben lassen…Sie kennen das ?!?

Schon seit früher Kindheit entwickle ich eine ausgeprägte und mittlerweile kultivierte Aversion gegen jede Art von Spiel. Das macht sich durch vollkommene Ignoranz gegenüber Sport, ziemlichem Unverständnis gegenüber Wahlwerbung und einer ausgeprägten Abneigung gegenüber Reisen in südlichere Länder bemerkbar.

Im Zwischenmenschlichen versuche ich diese fehlende Spielfreude mit Unverblümtheit zu kompensieren. Mit gutem Erfolg, meine ich.

Somit gelingt es mir schon ganz gut, das Abseits als sicheren Ort zu entdecken. Allein gegen die sich ankündigende Herbst-Winterdepression ist mein Kraut noch nicht gewachsen…

Plößnig.

PS: Auf Charme allein vertrau ich nicht. Es zählen die Taten!

18. September 2013

rehw

Liebe Plößnig!

Ich habe meine Handschrift geändert. Reine Sicherheitsvorkehrung. Ich hoffe, wir verstehen uns trotzdem. Im Nachtzug nach Lissabon bin ich auch gesessen und Sie waren mit Ihrem Mann in der letzten Reihe.  Guter Film, aber ich konnte kaum zu Ihnen blicken. Manchmal beneide ich ihn, aber für den Weinbau regnet es wohl zu viel.

Wann trinken wir vertrauensvoll  dem Welthunger entgegen?

Ihr Hr.  von Linhart

8. September 2013

Welthunger
gerhmanf

Linhart,
es gibt tausend Weisen niederzuknien und den Boden zu küssen. Eine davon ist es, jemanden kennenzulernen. Dadurch den eigenen Welthunger zu stillen.

Auch wenn ein Menschenleben viel zu kurz für beides ist, übe ich mich darin, es ohne Eile zu tun und dabei schön Zeit zu verlieren. Diesbezüglich kann ich sie relativ gut verstehen.

Sie kennen doch den Film „Nachtzug nach Lissabon“. Darin heißt es ja: “Ich traue niemandem, der nicht trinkt!“. Also – nichts wie hin – in die Welt der Zwischenräume!

 

Gruß
Plößnig

PS: Wie wird das Wetter?

 

 

 

3. September 2013

Liebe Plößnig!

 Interessant, dass Sie gezielt mit Gegenfragen antworten.

Also aufwendiger (weil umweltfreundlicher) ist sicher: die Keilriemen weitersuchen.

Bleiben Sie dran, was gibt es Schöneres zu verlieren als Zeit?

Zu Ihrer Mitte: Eine Landschaft ist auch an den Rändern schön – siehe

Weinviertel.
Hr. von Linhart

 PS.:

Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, höre schon fast meinen Aufprall:

Darf ich ihre Relativitätstheorie als versteckten Kennenlernwunsch deuten?

28. August 2013

 Wildromantisch.

zentrierenw

Linhart!

Ja, mein Sommer ist (wie jedes Jahr) ein weiterer Versuch, mich zu zentrieren. Beim Sitzen am Wasser. Beim Jodeln. Beim Umherlaufen in einem staubtrockenen Wald. Oder an der Töpferscheibe.

Und jetzt ist der Keilriemen dieses selten frequentierten Arbeitsmittels gerissen. Und die Firma liefert keinen mehr.

Soll ich eine neue Scheibe kaufen?
Oder soll ich damit aufhören, den Leerlauf vermeiden zu wollen?

Plößnig grüßt sehr herzlich!

Was mich doch auch interessiert:
Mögen Sie diese irrelevanten Zwischenräume zwischen relevanten Situationen?

18. August 2013

Dinge, die bei einem Glas Wein besprochen gehören ..

sommerw

Liebe Fr. Plößnig!

 Bitte fragen Sie mich nicht, woher ich Sie kenne. Glauben Sie mir:
es wird sich alles lösen …

Ich weiß, Sie haben ein Geheimnis. Das soll auch so bleiben.

Wie war Ihr Sommer?

Sie haben schöne, wildromantische Gärten. Was sagen Sie zum
täglichen Wahnsinn, dass sich sämtliches Gemüse und Obst einer Normgröße

unterwerfen muss und die verblödete westliche Industriegesellschaft am liebsten

gerade Karotten verkauft?

Nein, ich bin kein Spanner, obwohl ich mit Spannung Ihre Antwort erwarte.
N
ur Briefe schreiben wäre noch schöner, aber das ist ja wohl  ein bisschen aus
der Mode gekommen.

 Ihr Hr.vonLinhart

 

P.S.: Übrigens – Alles Gute zu Ihrem Hochzeitstag. Aber grüßen Sie Ihren Mann, den Komiker lieber (noch) nicht, vielleicht können wir noch ein wenig unter uns bleiben.

Danke.